Nocturne

Mit der Veränderung des Lichts verändern sich die Dinge.

Eine Gardine wird zu einem Gespenst, Kolleg*innen zu Freund*innen, der Austausch von Wissen zu gemeinsamem Denken.

Nocturne ist der Zustand des Nächtlichen. Nächtliches Denken, nächtliches Schreiben, nächtliches Diskutieren, nächtliches Proben, nächtliches Zusammensitzen, nächtliches Feiern, nächtliches Pläneschmieden, nächtliche Potentialität. Nächtlich ist für uns mehr als nur eine Tageszeit. Es ist eine Gegebenheit, oder Diesheit, etwas das all unser Handeln verändert. In der Nacht verändert sich alles, was wir bereits am Tage begonnen haben.

Als Plattform soll Nocturne einen Raum bzw. eine Zeit für all jene Praktiken bieten, die in den Zwischenräumen und -zeiten der Institutionen entstehen. Eine Zeit, in der die Produktion und Vermittlung von Wissen zur kollektiven Praxis werden, in der Techniken des Lehrens zu experimentellen Verfahren werden und in der Kunst und Wissenschaft nicht in Austausch treten, sondern bereits gemeinsam begonnen haben anders zu arbeiten.

Wir haben Nocturne als einen Ort für Projekte der experimentellen Wissensproduktion und -vermittlung gegründet. Anstoß und Anliegen dieses Unterfangens war und ist das Bedürfnis andere Formate, Techniken zur Produktion, Vermittlung und Distribution von Wissen zu stärken. Seit Langem sind in Gesprächen mit Kolleg*innen und Freund*innen immer wieder die Probleme der Universität- und Verlagslandschaft sowie des Kunstbetriebs Thema gewesen. Diese Klagen gingen dabei jedoch nicht selten mit zahlreichen Ideen einher, wie wissenschaftliche und künstlerischen Praktiken anders zusammenkommen können oder bereits schon seit langem in Seminaren, Lesegruppen, Proben oder im Studio anders praktiziert werden. Nocturne ist nun der Versuch diesen alternativen Praktiken eine Plattform zu bieten, sie zu verbreiten und zu stärken. Wie das in Zukunft aussehen wird ist auch für uns noch offen. Begonnen haben wir mit einem spekulativen Handbuch.

Aktuelles

Neues Buch: Zukunft, gefaltet. Choreographien des Als-Ob
12. October 2021

Neues Buch: Zukunft, gefaltet. Choreographien des Als-Ob

hrsg. v. Martina Bengert, Jörg Dünne, Max Walther

„Gründet Werkstätten!“ ist eine mögliche Antwort auf die aktuellen Anforderungen, die gerade die Geisteswissenschaften dazu auffordern, sich in politische Diskurse einzuschreiben und diese darüber mitzuschreiben oder mitzugestalten. Unterbrechungen und Neuanschlüsse, das Kurzschließen und Öffnen linearer Fort-Schriften scheint uns hierbei ein möglicher Modus.

Zukunft, gefaltet. Choreographien des als-ob ist das für den Moment im Zeichenhaften stillgestellte Ergebnis einer kollaborativ-experimentellen Schreib- und Denkwerkstatt, an der elf Wissenschaftler*innen und Künstler*innen beteiligt waren. Angelehnt an das surrealistische Spiel Cadavre exquis waren die Mitschreibenden gleichsam Mitfaltende, Unterbrechende wie Unterbrochene: Ausformulierte Ansätze wurden, getaktet und gezeittafelt, fortgeschrieben, letzte Sätze eingefaltet weitergegeben und mitgerissen, woraus sich neue Anschlüsse, lose Enden und schlussendlich neun Textskulpturen ergaben, die die Signatur einer verzweigten Textagentur tragen. Agierende waren dabei nicht allein die Autor*innen oder die flüchtige Autor*innengruppe, sondern ebenso die Spielregeln, die Post und deren Irrwege, die lose im Dazwischen hängenden Anschlüsse, usurpatorische Würfelspiele und nicht zuletzt das Herausgeber*innen-Kollektiv, das als schaltende und verwaltende Instanz aktiv-passiv mitschrieb und (ver-)formte.

Beteiligt an den kollaborativen (Zukunfts-)Szenarien waren:

Martina Bengert | Dunja Bialas | Rike Bolte | Michael Cuntz | Jörg Dünne | Knut Ebeling | Gerko Egert | Mario Gomes | Birgit Mara Kaiser | Ricarda Löser | Birgit Schneider | Jochen Thermann | Kathrin Thiele | Max Walther

Alle Texte findet sich im Bereich »Texte« und das PDF des Buches hier.

Die Printversion des Buches kann für €20 plus Versandkosten mit einer Mail an info[at]nocturne-plattform.de bestellt werden.


 
29. June 2021

Video online: Learning to Experiment: Pedagogies Across Art, Activism, and Academia

In this presentation Julia Bee and Gerko Egert introduce the platform nocturne and its
concept. Nocturne is a hub for connecting techniques of teaching and
learning in the arts, activism and academia, working at the intersection
of different forms of research and education. At nocturne we experiment
with alternative pedagogies and the format of the workshops in and
beyond traditional teaching. Nocturne combines a pragmatistic
philosophical thinking of speculation with practice: a thinking through
practices. In this presentation we will focus on some of the techniques
presented in our first publication Learning Experiments, Exchanging
Techniques. A Speculative Handbook (2020).

The presentation was part of the international conference “The Workshop – Investigations Into an Artistic Political Format” (March 26-28, 2021)

More information here.


New Text: "Research Score #2 - A set of replaceable instructions" by Sofia Villena Araya and Amelie Wedel now online
01. April 2021

New Text: "Research Score #2 - A set of replaceable instructions" by Sofia Villena Araya and Amelie Wedel now online

We are very happy to anounce a new contribution to our collection of experimental techniques. The two curators, artists, and researchers Sofia Villena Araya and Amelie Wedel are sharing one of their wonderful research scores. It's pushing and pulling, it's beautiful and it's in English! You can find it at the menu Texte or directly here. Check it out!


Publikationen

Zukunft, gefaltet
Choreographien des Als-Ob

„Gründet Werkstätten!“ ist eine mögliche Antwort auf die aktuellen Anforderungen, die gerade die Geisteswissenschaften dazu auffordern, sich in politische Diskurse einzuschreiben und diese darüber mitzuschreiben oder mitzugestalten. Unterbrechungen und Neuanschlüsse, das Kurzschließen und Öffnen linearer Fort-Schriften scheint uns hierbei ein möglicher Modus.

Zukunft, gefaltet. Choreographien des als-ob ist das für den Moment im Zeichenhaften stillgestellte Ergebnis einer kollaborativ-experimentellen Schreib- und Denkwerkstatt, an der elf Wissenschaftler*innen und Künstler*innen beteiligt waren. Angelehnt an das surrealistische Spiel Cadavre exquis waren die Mitschreibenden gleichsam Mitfaltende, Unterbrechende wie Unterbrochene: Ausformulierte Ansätze wurden, getaktet und gezeittafelt, fortgeschrieben, letzte Sätze eingefaltet weitergegeben und mitgerissen, woraus sich neue Anschlüsse, lose Enden und schlussendlich neun Textskulpturen ergaben, die die Signatur einer verzweigten Textagentur tragen. Agierende waren dabei nicht allein die Autor*innen oder die flüchtige Autor*innengruppe, sondern ebenso die Spielregeln, die Post und deren Irrwege, die lose im Dazwischen hängenden Anschlüsse, usurpatorische Würfelspiele und nicht zuletzt das Herausgeber*innen-Kollektiv, das als schaltende und verwaltende Instanz aktiv-passiv mitschrieb und (ver-)formte.

Gestaltung und Satz: Ricarda Löser, Weimar
www.ricarda-loeser.de
Korrektorat: Laura Kattwinkel
Druck: Buch- und Kunstdruckerei Keßler GmbH, Weimar
Umschlagherstellung: Buchbinderei Steinhagen, Weimar

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Buchcover: Zukunft, gefaltet

Zukunft, gefaltet
Choreographien des Als-Ob

Hrsg. v. Martina Bengert, Jörg Dünne und Max Walther
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-00-069803-3

PDF
Die Printversion des Buches kann für 20€ plus Versandkosten bestellt werden.

Experimente lernen, Techniken tauschen
Ein spekulatives Handbuch

Das spekulative Handbuch bietet vielfältige Techniken für ein radikales Lernen und Vermitteln. Es umfasst konkrete Anleitungen, Erfahrungen und theoretische Überlegungen. Die Texte beteiligen sich an der Konzeption einer Vermittlung, die das gemeinsame Experimentieren (wieder) einführt. 

Im Seminarraum, in Workshops, auf Festivals, in Fluren, Parks und der Stadt finden Lernen und Verlernen statt. Texte und Anleitungen u. a. zu: Filmessays, Collagen, Banküberfällen, der Universität der Toten, wildem Schreiben, konzeptuellem speed Dating, neurodiversem Lernen, Format-Denken, dem Theater der Sorge, dem Schreiblabor, dem Körperstreik.

Gestaltung und Satz: Ricarda Löser, Weimar
www.ricarda-loeser.de
Korrektorat: Ivana Buhl
Druck: Buch- und Kunstdruckerei Keßler GmbH, Weimar

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Buchcover: Experimente lernen, Techniken tauschen

Experimente lernen, Techniken tauschen
Ein spekulatives Handbuch

Hrsg. von Julia Bee und Gerko Egert
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-00-066190-7

PDF
Die Printversion des Buches kann bei uns bestellt werden.